- Seifesieden -

Seifen selber herzustellen ist nicht schwer und macht viel Freude. Natürlich bedarf es etwas Übung, aber das Resultat ist Ihre eigene Seifenkreation. Sie haben die Kontrolle über alle Zutaten, die später Ihre Haut berühren sollen. Sie entscheiden, ob Ihre Seife ohne Duft- und Farbstoffe auskommt oder ganz nach dem Motto "Natur pur" reine ätherische Öle und pflanzliche Farbstoffe enthält oder aber mit ausgefallenen Duft- und Farbkombinationen daherkommt – Der Seifenkünstler sind Sie!

Obwohl auf unserer Seite immer wieder die Rede von "Sieden" sein wird, stellen wir Ihnen das sogenannte "Kaltverfahren" (cold process soapmaking)  zur Seifenherstellung vor. Die Seife wird nicht wirklich "gesiedet" oder "gekocht", wie Sie es vielleicht noch aus Großmutters Tagen kennen. Damals wurde hauptsächlich mit Kaliumhydroxid (KOH) gearbeitet, um Schmierseife herzustellen. Flüssigseife wird heute auch nach dieser Methode hergestellt. Mit dem Kaltverfahren (und NaOH = Natriumhydroxid) stellen wir feste Seifenstücken her, die nicht nur einfacher herzustellen sind, sondern (unserer Meinung nach) auch optisch schöner und vielseitiger sind als Stückseifen, die wirklich gekocht werden (das geht übrigens auch). Wir wünschen Ihnen viel Spaß und viel Erfolg mit der folgenden Anleitung.

Bitte tauschen Sie bei Rezepten, die Sie bei uns oder anderswo finden, die Basis-Öle oder Fette nicht gegen andere aus. Wir empfehlen eher, alles zur Sicherheit nochmal mit einem Seifenrechner zu prüfen, bevor Sie selbst sieden. 

 

Lesen Sie vorher UNBEDINGT die Sicherheitshinweise für das Arbeiten mit Natriumhydroxid!

Der Seifenkünstler stellt diese Anleitung nach bestem Wissen und Gewissen für Sie kostenlos ins Internet, aber wir übernehmen keinerlei Verantwortung oder Schadensersatz für Verletzungen oder mislungene Resultate, die durch das Seifensieden entstehen könnten.

Sieden ist kein Hobby für Kinder!

 

Arbeitsmaterialien und Zutaten zum Seifesieden

 

Anleitung

1. Arbeitsbereich mit Zeitungspapier abdecken. Schützbrille und Gummihandschuhe anziehen. Gießform präparieren (Holzkiste mit Frischhaltefolie auslegen; Kunststoffgießform mit Mineralöl einreiben und Boden mit Butterbrotpapier bedecken; individuelle Formen mit Mineralöl einreiben). 

2. Wiegen Sie das Wasser in dem Plastikkrug mit dem Deckel genau ab. Den mit Wasser gefüllten Krug zur Seite stellen. Natriumhydroxid in dem Einmachglas genau abwiegen.

3. Rühren Sie das NaOH nach und nach (eßlöffelweise) mit dem Edelstahl oder Kunststoffrührer in das Wasser (NICHT umgekehrt!), bis die Lösung klar ist. Dämpfe keinesfalls einatmen -stark ätzend! Die Lösung wird fast kochend heiß. Deckel auf den Krug setzen und zum Abkühlen beiseite stellen. Lauge -Lösung auf ca. 35°C – 38°C währen der Schritte 4 – 5 abkühlen lassen. Vorsicht! Extrem ätzend!

 

4. Fette genau abwiegen und in den Topf geben. Auf niedriger Hitze schmelzen lassen.

5. Öle in dem zweiten Krug genau abwiegen. Sobald die Fette flüssig sind, Öle dazugeben und von der Herdplatte zum Abkühlen nehmen. Fett-Öl-Mischung auf ca. 35°C – 40°C abkühlen lassen.

Wenn Sie Duftstoffe verwenden, diese jetzt auch abwiegen und beiseite stellen.

 

6. Sind die beiden Mischungen richtig abgekühlt (sie sollten etwa die selbe Temperatur aufweisen), rühren Sie die Lauge langsam und vorsichtig in die Fett-Öl-Mischung. Weiterrühren ohne aufzuhören, bis die Mischung undurchsichtig und uniform ist, und etwa die Konsistenz einer gekochten Vanillesoße hat.

Wenn Sie den Schneebesen oder Purierstab hochheben und etwas Seife davon auf die Oberfläche fallen lassen, sollten Sie die Spuren davon deutlich erkennen können. Dies kann mit dem Schneebesen 10 – 45 Minuten dauern. Mit dem Purierstab kann es schon in 2 – 5 Minuten soweit sein. Rühren Sie nicht zu lange, sonst wird die Seife zu fest, um sie in die Form zu gießen. Geben Sie zu schnell auf, wird sich die Seife wieder in Lauge und Öl trennen. Sollte dies passieren, ist Ihre Seife unbrauchbar, sogar gefährlich ätzend und muß fachgerecht entsorgt werden.

6a. Wollen Sie eine farbige Seife, geben Sie jetzt Seifenfarbmittel tropfenweise aber auch nicht zu langsam dazu, bis die richtige Farbe erzielt wird. (Bei Blau-, Grün- und Lilatönen müssen Sie schnell arbeiten! Diese verändern sich in der rohen Seife rasch. Sie werden braun bis purpurrot innerhalb von wenigen Sekunden. Keine Sorge! Seifenkünstler Seifenfarbmittel kehren während der Reifezeit zur Originalfarbe zurück.)

6b. Wenn Sie die Seife parfümieren wollen, geben Sie das Duftöl oder ätherisches Öl jetzt zügig in die rohe Seife. Gut einrühren. Erreicht die Mischung die Konsistenz von Vanillesoße (oder ist sogar schon beim Pudding!), sollten Sie schnell zum nächsten Schritt übergehen.

7. Rohe Seife in die Form(en) gießen. Form(en) abdecken und in Decken packen. Nach 24 Stunden (einfache Formen) – 72 Stunden (individuelle Formen) können Sie die Seife aus der Form entfernen, gegebenfalls noch in Stücke schneiden.

8. Jetzt an der Luft 4 - 6 Wochen lang trocknen und reifen lassen. Die Seifen sollten sich nicht berühren und sollten nicht vor 4 Wochen benutzt werden. Das wird wohl das schwierigste am Sieden sein!

 

Rezept für eine einfache Seife

Diese Seife emulgiert schnell, ist sehr mild und bietet eine farblich gute Basis für Effekte.

Öle: 750g Kokosfett, 750g Schmalz, 250g Olivenöl, 250g Sonnenblumenöl

Lauge: 290g Nariumhydroxid, 750g Wasser

wahlweise: 60g Seifenduftöl, 10ml flüssiges Seifenfarbmittel

 

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